Die Zukunft gemeinsam diskutieren

Die Erarbeitung der langfristigen Strategie für Forschung, Technologie und Innovation ist eine gesetzliche Aufgabe des Rates für Forschung und Technologieentwicklung. Die Einbindung aller Betroffenen Institutionen und Personen ist nicht nur ein Anliegen sondern eine Verpflichtung, um den Bedarf der Forschungscommunity in die Diskussion einfließen zu lassen.

Für eine umfassende Strategiediskussion in Österreich ist – das legen auch die Ergebnisse der Systemevaluierung nahe – gerade jetzt der richtige Zeitpunkt: Österreich weist trotz einiger Schwächen - z.B. mangelnde Verfügbarkeit von Risikokapital oder Defizite im Bereich der tertiären Ausbildung - hervorragende Ausgangsbedingungen auf. Wir liegen in internationalen Vergleichen derzeit unter den Top Ten und besitzen gute Chancen auf einen Stockerlplatz im EU-Innovations-Ranking. Und diese Chancen sollten wir auch wahrnehmen, denn Forschung und Entwicklung stellen die Basis unserer künftigen Wettbewerbsfähigkeit dar und müssen daher gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verstärkt gefördert werden. Rund zwei Drittel des realen Wachstums in Österreich werden durch Forschung und Qualitätsverbesserung der Produktionsfaktoren, also etwa Höherqualifizierung der Arbeitskräfte, erzielt. Dies wissen wir aus der umfassenden Analyse des Rates zur Entwicklung der Humanressourcen in Österreich.

Das UG 2002 stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Teil des Erfolgskonzeptes einer leistungsorientierten Ausbildung dar. Veränderungen dieses Gesetzes müssen mit größter Sorgfalt und unter Berücksichtigung aller beteiligten Interessen erfolgen. Ansonsten wird ein mühevoll aufgebautes europaweites Vorbild kurzfristig wieder zerstört werden.

Daher wird in der Strategie 2020 ein Hauptaugenmerk auf Aus- und Weiterbildung gelegt, die das Kapital einer wissensbasierten Gesellschaft sind. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Relevanz als übergeordnete Motive für Forschung, Technologie und Innovation ist ebenfalls wesentlich, spielen sie doch auch im internationalen Diskurs eine zentrale Rolle. Eine global vernetzte Welt verlangt auch nach einer Internationalisierungsstrategie hier in Österreich. Dafür wiederum müssen die österreichischen FTI-Strukturen deutlich flexibler werden, um in dieser globalisierten Welt auch effizient agieren und reagieren zu können. Schließlich bedarf es einer gezielten und systematischen Schwerpunktsetzung, die Österreich in Europa noch weiter nach vorne bringt.

Das sind die zentralen Eckpunkte, die möglichst breit und intensiv diskutiert werden müssen. Diese Diskussionsplattform weist den Weg in die Zukunft von partizipativen Entscheidungsverfahren, die klare Aussagen zur Grundlage hat und in einem transparenten und flexiblen Verfahren die wesentlichen Eckpunkte einer Vision operationalisiert. Eine zahlreiche Beteiligung der FTI-Community ist daher im Interesse des FTI-Standortes Österreich.