Hannes Leo und Alfred Taudes zur Stellungnahme von Thomas Lindenthal und Helga Kromp-Kolb

Wir haben über „Umwege“ vom Kommentar von Herrn Lindenthal und Frau Kromp-Kolb erfahren – er wurde zuerst auf orf.at „gepostet“, und nicht in die Diskussion eingebracht. Schade, denn wir sehen ihn als wichtigen Beitrag für die Diskussion der Forschungsstrategie 2020, zumal einige der darin diskutierten Fragen auch in unserer Online-Befragung (http://forschungsstrategie.at/de/Umfrage - zugänglich für registrierte User) angesprochen werden. Daher haben wir auch sofort angeboten, die Stellungnahme auf die Startseite zu stellen. Das ist mittlerweile geschehen. Ebenso wie die von uns angeregte Eintragung der Kommentare bei den jeweiligen Absätzen auf der Diskussionsplattform – vielen Dank Herr Lindenthal!

Dennoch sind wir einigermaßen befremdet über die Unterstellung, dass hinter der gewählten Vorgangsweise "mangelnde Kenntnis wissenschaftlicher Methoden im sozio-ökonomischen Bereich" steht. Diese wird damit begründet, dass „das Nicht-kommentieren von Absätzen als Zustimmung gilt“.

Durch die explizite Aussage, dass „Keine aktiven Äußerungen zu einem Absatz…als Zustimmung gewertet“ werden, haben wir versucht, die TeilnehmerInnen zur aktiven Mitarbeitet zu motivieren. Auch in der Kommunikationswissenschaft und Psychologie ist es durchaus üblich, Schweigen - zumindest implizit - als Zustimmung zu interpretieren. Für den gegenwärtigen, partizipativen Strategieprozess, hätte es wenig geholfen, wenn alle geschwiegen hätten – dadurch wäre der vorliegende Entwurf um nichts besser geworden.

Bei der Konzeption des Systems wurde daher der Versuch unternommen, den Arbeitsaufwand für „aktive Äußerungen“ zu den jeweiligen Absätzen möglichst gering zu halten. Daher ist die einfachste Form der Ablehnung oder Zustimmung ein simpler Klick auf die "JA" oder "NEIN"-Buttons neben den Absätzen. Damit ist der Aufwand, seine Ablehnung zu dokumentieren, wirklich sehr gering. Daher dürfte es sich bei der Aussage, dass „nicht-kommentieren als Zustimmung gilt“ schlichtweg um ein Missverständnis handeln: So wie die Diskussionplattform konzipiert wurde, muss man keine Kommentare schreiben, es genügt bereits zu wählen, um „aktive Äußerungen“ zu machen. Wir werden jedenfalls im Rahmen einer Befragung über den Prozess nach Abschluss des Projekts die Community fragen, wie sie zu unserer Lösung steht und wie Verbesserungen aussehen könnten.