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Eine Politik, die sich lediglich auf FTI konzentriert, schöpft aber vorhandenes Potential nur unzureichend aus. Es geht um die gemeinsame Entwicklung der Bereiche Forschung, Innovation und (Aus-) Bildung, um die Entwicklungsmöglichkeiten der Volkswirtschaft zu verbessern. Im Dezember 2008 wurde auf EU-Ebene als Teil des Ljubljana-Prozesses die „Vision 2020 für den Europäischen Forschungsraum“ verabschiedet. Sie schlägt explizit vor, dass eine Modernisierung der Systeme im Bereich Forschung mit der Modernisierung der Bildungs - und Innovationssysteme einher gehen muss und fordert, auf allen Ebenen mit Unterstützung geeigneter europäischer Mechanismen eine starke Interaktion zwischen den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation ("Wissensdreieck“) zu fördern.

Kommentare

Bild von andreholz
andreholz says:

Wissensgesellschaft

Es scheint in Österreich ein sehr großer Bedarf daran zu bestehen, den Wert von "Bildung an sich" in breiten Schichten der Bevölkerung zu verankern. Selbst politische Entscheidungsträger mit akademischem Hintergrund sehen und kommunizieren "Bildung" meist nur als reine "Ausbildung" (am Ende derer ein möglichst hoher finanzieller Output stehen muss).

Doch Bildung ist auch ein Grundwert, der die Gesellschaft weiter in Richtung eines humanistischen Ideals und einer Wissensgesellschaft bringt. Auch wenn am Ende eben nicht nur unmittelbar vermarktbare Forschungsergebnisse stehen.

Diese Stoßrichtung mehr zu betonen, und damit u.a. auch der Grundlagenforschung den Rechtfertigungsdruck der Politik gegenüber etwas zu nehmen, scheint mir eminent wichtig.

Exzellenz says:

bildung an sich

"bildung an sich" finde ich ein schönes motto. das ideal, dass sie hier skizzieren scheint mir aber - beileibe nicht nur in österreich - verlorengegangen. ich frage mich auch, ob es überhaupt noch zeitgemäß ist...

Exzellenz says:

ganzheitlicher ansatz

der hier vorgeschlagene ganzheitliche ansatz in der politik ist überaus erstrebenswert. ich zweifle allerdings, dass die österreichische politik dieses kunststück zuwege bringen wird. der schrebergarten beginnt ja bereits in den einzelnen ministerien und setzt sich bei den ministern fort. dabe kann man österreich einen umfassenderen ansatz - wie man ihn aus finnland kennt - nur wünschen!

Jolly good fellow says:

Wenig wahrscheinlich

Soll man sich in einer Strategie auf das Möglich beschränken oder Verbesserungen vorschlagen. Wenn ersteres der Fall ist, dann braucht man keine Strategie. Fakt ist jedenfalls, dass die meisten Reformen am politischen Willen und an den Umsetzungsfähigkeiten der Ministerien scheitern. Unter Experten gibt es bei vielen dieser Fragen weitgehenden Konsens.

Helmut Haberl says:

Bezug zu Kunst und Kultur fehlt!

Hier fehlt m.E. ganz eklatant der m.E. sehr nötige Bezug zwischen Wissenschaft und Kunst/Kultur! Auch hier wieder offenbar sehr sehr stark FTE-orientierte Ansatz des Rates dahinter, der das Problem sehr technokratisch angeht...

Helmut Wiedenhofer says:

Zusammenspiel Ausbildung - Forschung

Gerade dieser Punkt ist einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren. Die Maßnahmen in der Ausbildung sollen / müssen bereits in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung erfolgen. Wie in Alpbach einmal festgestellt wurde: im Kindergarten.
Auch die öffentliche Anerkennung von Naturwissenschaften und Technik ist durchaus verbesserungswürdig.