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Forschung, Technologie und Innovation verändern das Leben jedes einzelnen ohne dass sich das Wissen über die in diesen Bereichen ablaufenden Prozesse und Entwicklungen mit der gleichen Vehemenz verbreitet hätte. Diese Bereiche sind für weite Teile der Bevölkerung „black boxes“, und es ist keineswegs für alle BürgerInnen einsichtig, warum man hier massiv investieren sollte.

Kommentare

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Rainer Hasenauer says:

Agenda 1

Folglich ergibt sich die Notwendigkeit die Verständnis- distanz zwischen F&E Trägern und der Bevölkerung durch proaktives Marketing systematisch zu verringern.
Marketing in diesem Sinne ist als Lehr-Lernprozess zwischen F&E Trägern und den BürgerInnen im Sinne des edutainment für alle Lebensabschnitte zu verstehen.

Exzellenz says:

marketing?

ich bin nicht ganz sicher, ob der begriff "marketing" den kern des problems hier treffend erfasst. beim marketing geht es doch letzten endes wohl eher darum, ein produkt zu verkaufen. ich glaube nicht, dass es im zusammenhang mit bildung und forschung darum gehen sollte, etwas zu verkaufen. der von ihnen angesprochene lehr-lernprozess würde durch die einführung des terminus "marketing" eher eine verkürzte sichtweise zur folge haben, die der sache nur wenig dienlich ist.

Mahamudra says:

Ich sehe das ähnlich - es

Ich sehe das ähnlich - es geht hier wohl eher um Zielgruppenkommunikation, die den einzelnen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Methoden und Beispielen, auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen, den Nutzen von F&E verdeutlicht. Diese Akzeptanz ist letztlich unerläßlich, um einen gesamtgesellschaftlichen Konsens für F&E-Investitionen und die dafür notwendigen Budgets - auch und gerade in einer angespannten makroökonomischen Situation! - zu gewährleisten. Hier besteht eine große Chance für Politik und Forschung gleichermaßen.

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Rainer Hasenauer says:

Marketing?

Märkte entstehen duch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage.
Forschungsmärkte betreffen Angebot und Nachfrage von Forschungsdienstleistungen und -informationen.
Legt man den axiomatischen Wirtschaftsgutbegriff nach Chmielewicz der Analyse zugrunde, so sind neben stofflichen Gütern ("Produkte") auch Dienstleistungen (zB Forschungstätigkeit) und Informationen sowohl als originäre wie auch als derivative Wirtschaftsgüter Gegenstand von Märkten und damit auch zwischen Marktpartnern übertragbar (zB Lizenzen zur Nutzung von Patenten). Daher ist der Begriff "Marketing" durchaus berechtigt und unterstützt letztlich auch die Stimulierung von Risikokapital.

rede says:

Die Bevölkerung nicht unterschätzen!

Habe meine Zweifel, ob dieses Einstiegsstatement in dieser allgemeinen Form gilt. Umfragen fördern solche Ergebnisse vielleicht zu Tage, in Diskussionrunden, in denen das Thema Innovationspolitk vertieft und mit Beispielen erläutert werden kann, zeigt sich meist ein differenzierteres Bild. Die Bevölkerung ist nicht per se innovations- und forschungsfeindlich und kann sehr genau unterscheiden, wofür Geld ausgegeben werden soll und wofür nicht.

Helmut Haberl says:

Eine Frage der Geschwindigkeit

Es ist richtig, dass Forschung und Innovation das Leben jedes/r Einzelnen verändern. Wenn hier beklagt wird, dass dafür zu wenig Verständnis in der Bevölkerung besteht, so muss mensch sich schon die Frage stellen, wie viel davon, und in welcher Geschwindigkeit, für ein gutes Leben überhaupt gut ist. Innovation ist kein Selbstzweck, und Beschleunigung kann durchaus zur Überforderung führen.

Es geht daher nicht darum, den Menschen mittels Marketing beizubringen, was sie zu wollen haben, sondern vielmehr darum, durch neue Formen der Wissenschaft - Stichworte partzipative Forschung, Transdisziplinarität, post-normal science - einen echten Dialog zwischen ForscherInnen und anderen gesellschaftlichen Gruppen herzustellen, auf gleicher Ebene. Beide können von einander lernen.

rodiga-lassnig says:

Stellungnahme IHS Kärnten

(1) Vom Titel des Papiers nicht abgedeckt, finden sich in einem umfangreichen ersten Teil (im Sinne der Vision für den Europäischen Forschungsraum) Überlegungen und Empfehlungen zur „Modernisierung des Bildungssystems“, zur demographischen Entwicklung oder zu speziellen Problemen des Tertiärbereichs (Drop-out, Defizit bei MINT-Studienrichtungen etc.) die zum Teil den aktuellen Diskussionsstand, vorliegende Reformvorschläge etc. zu diesen Problembereichen nicht reflektieren und insofern nicht überzeugend ausfallen. Bei einem mit 71 Seiten ohnehin sehr umfangreichen Text wäre für diesen Teil eine starke Straffung zu empfehlen, verbunden mit weiteren Verweisen auf relevante Studien oder Reform-Empfehlungen.

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johannes gadner says:

Verweise auf Studien

Verweise auf Studien finden sich im Download-Dokument und werden selbstverständlich auch in der Endfassung enthalten sein. Entsprechende Dokumente finden Sie in der Rubrik "Hintergrund" unter dem Link "Studien": http://www.forschungsstrategie.at/de/Studien. Hier können Sie sich auch die Literaturliste aller verwendeten und zitierten Arbeiten herunterladen. Die in Ihrem Kommentar angesprochene Situation des Bildungssystems bzw. der "Humanressourcen" in Österreich wurde im Rahmen einer umfassenden Studie einer detaillierten Analyse unterzogen. [Download der Studie: http://www.forschungsstrategie.at/sites/forschungsstrategie.at/files/Uni... ]. Diese Analyse bildet die fundierte wissenschaftlich aufgearbeitete Basis für alle Reformvorschläge und Empfehlungen im Strategieelement "Menschen".

Prof. Dr. Karl ... says:

Agenda 1

Es fehlt hier ein entscheidender Begriff, nämlich jener der Bildung. Hier wird wieder der Irrweg aufskizziert, dass Forschung, Technologie und Innovation allein verändernd wirken und allein die Grundlage der Zukunft bilden. Bildung, nicht Ausbildung ist die Grundlage der Moderne! Kein Dreiklang, sondern ein Vierklang ist die Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit.

Aubauer says:

Unzulängliche Prioritätenreihung

Dienlicher für das Wohl der gegenwärtig und zukünftig in Österreich lebenden Bevölkerung sind weniger "massive Forschungsinvestitionen", als deren Prioritätenreihung: Wenn beispielsweise immer noch mehr in Techniken der nicht nachhaltigen Ausbeutung sich erschöpfender Ressourcenvorräte (z.B. Kernspaltung und -Fusion oder CCS-Techniken) investiert wird, als in die nachhaltige Nutzung regenerierbarer Ressourcenquellen, sowie in ökonomisch/rechtliche Instrumente zur rentablen und sozialen Absenkung des Ressourcendurchsatzes auf ein dauerhaft aufrecht erhaltbares Niveau, droht mehr Schaden, als Nutzen geschaffen zu werden.