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Seit 2000 zählt Österreich zu jenen Ländern in der EU, die sich am dynamischsten entwickeln. Dieser beispielhafte Aufholprozess, den das österreichische FTI-System in den letzten Jahren durchlaufen hat, wird durch zahlreiche internationale Vergleiche belegt. So weist etwa der zusammenfassende Summary Innovation Index (SII) des Europäischen Innovationsanzeigers 2008 [European Innovation Scoreboard (EIS)] Österreich den 6. Platz im Ranking der EU-27 zu. Damit befindet sich Österreich im internationalen Vergleich mit Ländern wie Frankreich, Irland, Belgien und den Niederlanden unter den „Innovation Followers“, also der Gruppe hinter den führenden Innovationsnationen („Innovation Leaders“). In 13 der 25 Indikatoren des SII liegt Österreich sogar über dem EU-Schnitt.

Kommentare

Hardy says:

Warum erst seit 2000 ????

Jede ernsthafte historische Untersuchung zeigt, dass der genannte Aufholprozeß mit 1955 begann und seither stets beachtlich war. Die größten Schritte im Aufholprozeß Österreichs fanden in den ersten beiden Jahrzehnten statt. Sollte die Erwähnung des Jahres 2000 den Grund in der Verfügbarkeit der verwendeten Daten haben, so wären eben umfangreichere Datenquellen zu konsultieren. Politische Gründe für die Wahl dieses Jahres will ich mir lieber gar nicht vorstellen.

Exzellenz says:

guter punkt

sehe das auch so. aber vielleicht hat das was mit der damaligen politischen "wende" und der gründung des rates zu tun!?!?

rede says:

Wir sind so gut im internationalen Vergleich

Das mag schon seine Vorteile haben. Doch es schwingt auch ein wenig die ziemlich alte Idee von "Innovation als Selbstzweck" mit. Egal, was geforscht wird, Hauptsache wir forschen mehr als die anderen. Reicht das heute bzw. für die Zukunft als Argument noch aus?

PS: Wurden nicht auch vor ein paar Jahren die Bewertungsgrundlagen geändert? Worauf Österr. gleich einen Sprung nach vorn/oben machen konnte? Wer weiß da mehr?

rodiga-lassnig says:

Stellungnahme IHS Kärnten

Eine hauptsächliche Strategieempfehlung betrifft den Übergang vom „innovation follower“ zum „innovation leader“. In der Fülle von Einzelpunkten liegt die Gefahr, dass solche zentralen Punkte nicht genügend hervortreten. Zudem müsste für die „innovation leader“-Orientierung noch deutlicher die Bedeutung der Grundlagenforschung hervorgehoben werden, auf die – wenn auch vielfach „mit langem Atem“ – radikale Innovationen zurückgehen. Dass Grundlagenforschung praktisch eine Aufgabe der öffentlichen Hand ist, ist ökonomisch-theoretisch durchaus begründet; der Grundlagenforschungs-Infrastruktur, vor allem an den Universitäten, kommt dabei auch eine entscheidende Funktion für das Potential an Spitzen-Fachkräften für F&E im privaten Sektor zu.

Bild von zecke
zecke says:

Unsinnige Begriffe wie innovation frontrunner

Es ist verständlich wenn in der Politik griffige Phrasen verwendet werden die sich gerne am Sport (frontrunner= Spitzenreiter) orientieren. Man muß sich auch daran gewöhnen, dass englische Worte nicht mehr ins Deutsche übersetzt werden, weil das moderner klingt!

Nichtsdestotrotz sollte man Unsinn als Unsinn erkennen. Die Niederlande als "innovation follower" zu bezeichnen und Finnland als "leader" oder "frontrunner" spricht für sich.

Initiativen, die auf Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen abzielen sind jedenfalls zu begrüßen. Insofern ist das Bild vom "frontrunner" nicht so schlecht gewählt.

Allerdings wäre zu vermeiden, vermeintlichen "Ikonen" zu folgen, die abseits von PISA und NOKIA gewaltige Strukturschwächen aufweisen. Vor 20 Jahren hätte uns noch Japan als Ikone gedient.