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Je näher man zur Spitze (d.h. zur technologischen Grenze) kommt, desto weniger greifen die bisher gesetzten Maßnahmen und die verwendeten Instrumente. Diese waren geeignet um aufzuschließen, versagen aber, wenn es darum geht zu überholen. Dieser empirisch gut abgesicherte Zusammenhang - dass wirtschaftspolitische Maßnahmen unterschiedliche Erträge in Abhängigkeit vom Entwicklungsniveau eines Landes bringen - schafft gerade für wirtschaftspolitische EntscheidungsträgerInnen eine schwierige Situation, stellt sich für sie doch die Frage, warum man das bestehende Instrumentarium aufgeben soll, wenn es doch im Großen und Ganzen funktioniert hat bzw. scheinbar noch funktioniert.

Kommentare

Bild von Erich Kny
Erich Kny says:

Innovation follower-Innovation leader

Der schwierige Wechsel vom Innovation follower zum Innovation leader bedingt meiner Ansicht nach, dass sich die Akteure in Österreich bewusst machen und dies auch beginnen zu leben, dass Österreich mit seiner im EU oder globalen Vergleich sehr kleinen Volkswirtschaft unmöglich in der Lage sein wird in der bisherigen Breite auf allen Gebieten Spitzenleistungen zu erbringen.
Das bedingt mutigen aber auch sehr schmerzhaften Verzicht auf liebgewordene Themen und die massive Stärkung der wenigen bereits vorhandenen Stärken. Also weg von der Giesskannenpolitik hin zu einer fokussierten Langfrist-Strategie und Förderung von wenigen, reiflich gut überlegten ausgewählten Themenbereichen.
Die derzeit heftig wogende Diskussion bezüglich CERN Teilnahme(ohne hier eine Wertung für pro oder contra zu machen) zeigt beispielhaft die Schwierigkeit und die Schmerzhaftigkeit eines solchen zukünftig notwendigen Prozesses.

bruno says:

Bestehende Instrumente

Bestehende Instrumente greifen nicht ausreichend daher zusätzliche Instrumente einsetzen.

Fuhrmann says:

Neue Instrumente

Wenn eine Ergänzung des Instrumentariums angedacht wird, sollte auch eine Durchforstung der bestehenden Instrumente im Sinne einer Verringerung der Komplexität nicht vergessen werden. Hohe Komplexität verursacht Kosten auf beiden Seiten (Fördergeber und Fördernehmer), diese Gelder stehen der Forschung nicht zur Verfügung.

Johannes Schmid says:

Innovation

Wirklich innovativ ist meist das, was zum jeweiligen Zeitpunkt gar nicht als Innovation erkannt wird, was also im Verborgenen keimt und zu wachsen beginnt. Ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen, heißt nicht dem nachzulaufen, was gerade "in Mode" ist (wissenschaftlich oder technologisch), sondern Verhältnisse zu schaffen, die es auch ermöglichen, dass spielerisch Neuerungen entstehen, für die es zu dem jeweiligen Zeitpunkt weder einen Markt noch eine Anwendung gibt.

Matthias Weber says:

stimmt das Argument ?

Der Argumentationsgang in Aussage 7 ist m.E. nicht ganz schlüssig. Zwar mag es korrekt sein, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen unterschiedliche Erträge in Abhängigkeit vom Entwicklungsniveau eines Landes bringen, daraus aber unmittelbar zu schließen, dass die bisher gesetzten Maßnahmen und Instrumenten immer weniger greifen, wenn man sich der sogeannten "Spitze" nähert, ist wohl doch etwas weit gegriffen. Erstens sind auch in einem Spitzenland nicht alle Spitze. Und zweitens können die bestehenden Maßnahmen immer noch die bestmöglichen sein. Eine etwas besser differenzierte Formulierung wäre hier wohl angebracht.

m.klug says:

Welche anderen Systeme sollen folgen?

Hier nur die Bemerkung hinzuzufügen, dass bestehende Systeme nicht mehr greifen, wenn der Innovatin Leader Status erreicht ist, ohne dabei sich Gedanken zu machen, wie die neuen Systeme aussehen könnten, ist daher meiner Auffassung nach viel zu kurz gegriffen.
Hier wäre es sicher angebrachter, die bestehenden Systeme periodisch auf ihre Tauglichkeit zu prüfen und entsprechend dynamisch bei Auftreten von Behinderungen welcher Art auch immer, anzupassen.