10

Mit zunehmendem Entwicklungsstand gewinnt die tertiäre Ausbildung überproportional an Bedeutung. Mehr und besser ausgebildete Arbeitskräfte sind das Rückgrat einer Wirtschaft die zu den „Innovation Leaders“ aufschließen will. Hier geht es sowohl um die Kapazitäten im Bildungssystem als auch um die Entwicklung des Potentials der in Österreich lebenden Bevölkerung. Gerade in diesem Bereich – gemessen an ausgesprochen niedrigen Bevölkerungsanteil mit tertiären Abschlüssen – ist die österreichische Position und Entwicklung beunruhigend (vgl. Strategieelement Menschen).

Kommentare

Johannes Edlinger says:

der gute HTL Absolvent

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren daß der gute HTL Absolvent die eigentliche Wunschvorstellung der österreichischen Industrie und Politik ist. (Nichts gegen HTL's uns schon gar nichts gegen deren gute Absolventen).

Marita Haas says:

Wunschvorstellungen der österreichischen Industrie

Möglicherweise ist eine der (akuten) Wunschvorstellungen der österreichischen Industrie ein guter HTL-Absolvent, langfristig jedoch wird das weder politisch noch unternehmerisch Sinn machen. Die Beschäftigungsprognosen (siehe z.B. WIFO) zeigen ganz klare Tertiarisierungstrends, insbesondere im Bereich Technik und Naturwissenschaften. Durch die höheren Anforderungen eines Jobs wachsen somit auch die Erwartungen an die Arbeitskräfte, viele Firmen rekrutieren (vor allem im tertiären Bereich!) bereits heute im Ausland, da der Nachwuchs an qualifizierten Arbeitskräften zu gering ausfällt. Für Spitzenleistungen braucht man auch Spitzenkräfte.

Im übrigen halte ich die Diskussion HTL-AbsolventIn vs. FH-AbsolventIn vs. Uni-AbsolventIn für überholt. Wichtig wäre ein Ausbildungssystem, dass eine laufende Weiterqualifizierung ermöglicht und keine Konkurrenzkämpfe zwischen den einzelnen Institutionen.

Anton Spögler says:

Weiterqualifizierung

Ein Bildungssystem, das eine laufende Weiterqualifizierung ermöglicht, ist sicherlich ein zentrales Element einer modernen Wissensgesellschaft. Das Problem in Österreich ist ja, soweit ich das überblicken kann, die geringe Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Institutionen. Um die Durchlässigkeit zu erhöhen bräuchte es allerdings zunächst einmal eine Veränderung im Denken der Verantwortlichen und in der Kultur des Bildungssystems. Das kann man leicht schreiben oder fordern; allein die Debatten um die Bildungsreformen der letzten Monate haben gezeigt, wie unrealistische die Chancen auf kurz- oder gar mittelfristige Veränderungen sind.

Matthias Karmasin says:

Hier sollte man wohl noch den

Hier sollte man wohl noch den Bereich des Life Long Learning integrieren

Anton Spögler says:

Life Long Learning

Ja, das fehlt mir auch. Ich denke, der Aspekt des LLL ist für eine langfristige Strategie besonders zentral.

Exzellenz says:

lebenslanges lernen

völlig ihrer meinung.

Bild von Rainer Hasenauer
Rainer Hasenauer says:

Life long learning

Schließe mich der Forderung nach LLL und dessen Integration in die Forschungsstrategie 2020 vollinhaltlich an

Prof. Dr. Karl ... says:

Entscheidend ist die Qualität

Entscheidend ist die Qualität der tertiären Abschlüsse. In anderen Ländern ist jede qualifizierte nichtakademische Berufsausbildung ein tertiärer Abschluss.

Raggautz says:

Ausbildungspyramide

Die Aussage der Strategie ist insoferne zu konkretisieren, dass in Österreich im Vergleich zu den Fachhochschulen die Unis zu viele Studierende in der Erstausbildung (Bachelor) ausbilden, wodurch die Kapazitäten für eine international kompetitive Ausbildung in der Breite im Master und Doktorat fehlt. Die Universität hat hier eine gewaltige "Parkplatzfunktion". Ohne Ressourcenentzug bei den Universitäten müssen die anderen tertiären Ausbildungsplätze ausgebaut werden!

m.klug says:

vermehrte Ausbildung im tertiären Bildungssektor vs. Exzellenz?

Es ist für mich ein Widerspruch, einerseits verstärkt auf Exzellenz und zukünftige Top-Themen mit nationalem Themenführertum zu setzen, dabei auf der anderen Seite einen höheren Anteil an ausgebildeten Akademikern zu fordern. Exzellenz wird Zeit benötigen sich zu entwickeln, sowie entsprechenden Zeitbedaf und Personaleinsatz. Diese Ressourcen lassen sich beide nicht in jener kurzen Zeit etablieren, zumal an den Universitäten momentan eine überproportionale Fluktuation im Personal aufgrund von Pensionierungen ansteht / im Gange ist.