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Mit der Einsetzung des Rates für Forschung und Technologieentwicklung im Jahr 2000 wurde ein neues strategiepolitisches Gremium etabliert und die Bemühungen in Richtung langfristiger strategischer Überlegungen für das nationale FTI-System intensiviert. Die Hauptaufgabe des Rates liegt in der systematischen, unabhängigen und fundierten Beratung der österreichischen Bundesregierung in allen strategischen Fragen der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik. Ziel seiner Arbeit ist es, einen Beitrag zu einer zukunftsorientierten FTI-Politik zu leisten. Dieser Aufgabe ist er mit dem Nationalen Forschungs- und Innovationsplan (NAFIP) und der Strategie 2010 nachgekommen. Obwohl von letzterer rund ¾ der Vorschläge umgesetzt wurden, war dieser Prozess alles andere als „linear“, sodass noch einer Reihe von Aufgaben zur Verbesserung der Governance offen sind (vgl. Strategieelement Governance).

Kommentare

Anton Spögler says:

Umsetzung der Strategioe 2010

Die Strategie 2010 hat meiner Einschätzung nach durchaus dazu beigetragen, sich die Notwendigkeit längerfristigen Denkens in der FTI-Politik bewusst zu machen. Die Tatsache, dass - wie hier angeführt wird - ein Großteil der Empfehlungen umgesetzt wurde, würde ich dabei allerdings nicht überbewerten. Ich gehe davon aus, dass viele der Themen ohnehin in der Luft gelegen sind...

Exzellenz says:

guter rat

da gebe ich ihnen recht. aber der rat muss hier wohl auch kurz über seine rolle etwas sagen und betonen, dass er ein guter rat ist ;-)
es ist ja auch eine gute sache, so ein gremium zu haben, dass sich einer längerfristigen perspektive annimmt und versucht, das ganze und nicht nur einzelne kleine teile zu sehen.

Helmut Haberl says:

Ist der Rat ein guter Rat?

Nach meinem Eindruck ist der Rat durch seine gegenwärtige Konstruktion viel zu eindimensional auf das Ziel einer Nutzbarmachung von Forschung für die Wirtschaft ausgerichtet. Das spiegelt sich auch in dieser Strategie.

Entweder man beschränkt den Rat auf genau diese Aufgabe (die ja unbestritten wichtig ist) und sieht es als Aufgabe der Wissenschaftspolitik, wichtige andere gesellschaftliche Aufgaben von Forschung anders zu organisieren - dann dürfte aber der Rat keine gesamtstaatlichen Forschungsstrategien basteln, sondern nur eben diesen Bereich bearbeiten. Sicher zu stellen wäre, dass andere Bereiche eben so gut bearbeitet und eben so gut dotiert werden.

Oder der Rat muss von seiner Zusammensetzung her so geändert werden, dass andere gesellschaftliche Interessen als jene der Industrie auch in ihm vertreten sind. Die Frage der Legitimation der Mitglieder des Rates gegenüber gesellschaftlichen Interessen wäre dann freilich noch zu stellen. In der gegenwärtigen Konstruktion ist das aber klar nicht der Fall. Dies sollte m.E. durch die Wissenschaftspolitik möglichst rasch geändert werden.

So lange es nicht geändert wurde, sind daher strategische Ratschläge des Rates als Ratschläge aus einer bestimmten Richtung aufzufassen und daher entsprechend kritisch zu betrachten und durch andere gesellschaftliche Interessen bzw. deren VertreterInnen zu ergänzen.

rodiga-lassnig says:

Stellungnahme IHS Kärnten

(6) Die „Strategie 2020“ schreibt die vorangegangene „Strategie 2010“ des RFTE fort, die nur sehr knapp mit „3/4 der Vorschläge umgesetzt“ erwähnt wird (Pkt. 15). Hier erschiene es zweckmäßig, die strategische Orientierung des früheren Papiers und dessen Empfehlungen zusammenfassend darzustellen, darauf einzugehen, was umgesetzt wurde und was nicht, sowie zu erläutern, mit welcher Neuorientierung die Strategie fortgeschrieben werden soll.

Helmut Wiedenhofer says:

Nationale Strategieentwicklung

Ein wesentlicher Effekt der durch die Ratsgründung erfolgte waren (neben der direkten Umsetzung seiner Empfehlungen) die dadurch intensivierte Diskussion über nationale F&E-Strategien.

Ein wesentlicher Aspekt von F&E ist die Langfristigkeit von Investitionen (in Personen und Infrastruktur). Bezugnehmend auf andere angeführte Punkte (Verbesserung des Systems) erfordert eine weitere Optimierung dementsprechend langfristig gültige Strategien (die natürlich angepasst werden können).