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Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bedeutet eine radikale Veränderung der Rahmenbedingungen, die bisher für die Entwicklung des FTI-Systems vorausgesetzt wurden. Für die strategischen Vorschläge und Empfehlungen bedeutet die Unsicherheit in Bezug auf die Rahmenbedingungen eine notwendige Priorisierung jener Maßnahmen, die den FTI-Standort Österreich im globalen Wettbewerb am stärksten positionieren. Dabei sind insbesondere Maßnahmen im Bereich der Bildung und Höherqualifizierung der Menschen, im Bereich systematischer Schwerpunktsetzungen sowie im Bereich entsprechender Ressourcen angesprochen, verbunden durch die Interventionsinstrumente und deren Governance.

Kommentare

Michael Bobik says:

Priorisierung

Es ist gut, zu lesen, dass man wagt, von Priorisierung zu reden. Prioritätensetzungen aber, die dem Common Sense oft klar sind, können in Diskussionen zwischen positiv und negativ Betroffenen aber zu hitzigen Kämpfen führen (siehe CERN). Es wäre daher wert, auch die Kriterien für die gewählte Priorisierung offenzulegen.
Ich persönlich würde die Priorität jedenfalls an der Nutzbarkeit aufhängen, und diese Nutzbarkeit nicht von den 5 Fach-Insidern, sondern von einem breiten Kreis interessierter Laien definieren lassen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Diskussion über Opportunitätskosten - anders gesagt, man darf nicht nur darüber reden, was NICHT gefördert wird, sondern auch darüber, was man mit dem frei gewordenen Geld stattdessen anfängt.

Exzellenz says:

priorisierung wichtig

da gebe ich ihnen recht, dass es wichtig ist, zunächst einmal über die notwendigkeit von priorisierungen zu reden. nun ist zwar der cern-austritt wieder vom tisch, aber dadurch ist natrürlich auch nicht mehr geld im topf. notwendig wäre eine vorgangsweise, mit der diese priorisierung transparent und von einer breiteren gruppe entschieden wird.

Erich Tasser says:

Schwerpunktsetzung

Ein systematische Schwerpunktsetzung beinhaltet jedoch auch immer eine Gefahr: gefördert und unterstützt wird meist das, was gerade "in" ist. Um tatsächlich ein Leader zu werden, ist es aber vielmehr notwendig, neue Schwerpunkte zu setzen, inovativ zu denken und dafür auch den Freiraum (finanzielle, personelle und institutionellen Resourcen) zu haben. Nur so kann man Neues andenken, entwickeln und umsetzen. Schwerpunktsetzungen sind daher keineswegs das geeignete Instrumentarium!

Johannes Edlinger says:

Weltweite Wirtschaftskrise

Ich bezweifle, daß primär die weltweite Wirtschaftskrise uns langfristig zu einer Änderung der FTI Strategie zwingt - ich denke eher daß es das Ende der "billigen" natürlichen Resourcen (z.B. Wasser, Luft, einfach verbrennbarer und transportierbare Kohlen(wasser)stoff, andere nicht erneuerbare Rohstoffe) ist, das uns zu einschneidenden Veränderungen zwingt. Geld ist in jedem Fall immer ein Thema - ob mit Krise oder ohne.

danny says:

priorisieren

ja - weg von der Gieskanne und auf allen Kirchtagen sein - es sollen Kernkompetenzen herausgearbeitet / entwickelt werden in denen A dann wirklich Spitze ist

j.jaeger says:

Es gibt nicht nur die Finanz-

Es gibt nicht nur die Finanz- und Wirtschaftskrise. Es gibt auch eine Umweltkrise. Diese Krisen sind mit einander verbunden und sollten nicht alleine betrachtet werden. Nur wenn wir die Erde als System betrachten und die komplexe Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt untersuchen, werden wir dauerhafte Lösungen finden.
Im Mittelpunkt dieser Politik steht der Mensch und dessen Lebensqualität.

Bild von zecke
zecke says:

Governance und Finanzkrise

Bitte, warum muss man jetzt bei allem und jedem auf die Finanzkrise Bezug nehmen?

Ich versteh auch nicht, warum jetzt alle von Governance reden müssen. Früher hat es genügt, das deutsche Wort Steuerung zu verwenden!

Thomas Lindenthal says:

Bildung und Höherqualifizierung

Doch neben der klassischen Sichtweise von „human capital“ und seiner wissensbasierten Dimension („bessere Qualifikation“) als Voraussetzung für Spitzenforschung, ist es zwingend erforderlich, die psychosoziale Dimensionen des Menschen in die Betrachtung mit einzubeziehen. Hierher gehören psychisches Wohlbefinden, Stärkung von Interessen, Motivation und soziale Kompetenzen (u.a. Qualifikationen / Fähigkeiten zu Kooperation und Konfliktbewältigung), individueller Freiraum aber auch der Umgang mit Sicherheitsbedürfnis und individuellen sowie kollektiven Ängsten.

Johannes Schmid says:

Governance

Das alles geht mir zu sehr in Richtung Steuerung. Wie will man den Forschung und Innovation steuern? Wenn man die Entwicklung wo hinsteuern will, dann kann man jedenfalls keine Innovation erreichen, sondern bestenfalls eine Weiter-Entwicklung bereits vorhandener Dinge.
Die ganzen Textpassagen gehen mir zu sehr in Richtung "Wettbewerb" und dessen Steuerung; und klingen mehr nach "Produktentwicklung" als nach wirklicher Forschung