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„Infrastruktur“

Das österreichische Innovationssystem braucht als wesentliche Grundlage für sein effizientes und effektives Funktionieren eine sowohl quantitativ als qualitativ hinreichende Ausstattung an Forschungsinfrastrukturen, sei es im eigenen Land als auch durch entsprechenden Zugang zu internationalen Einrichtungen. Ausgehend von einer umfangreichen Erfassung der Ist-Situation und einer Abschätzung der Bedarfsentwicklung bis 2020 werden im Strategieelement „Infrastruktur“ die Anforderungen dargelegt, um diese essentielle Voraussetzung für exzellente, international anerkannte Forschungsleistungen in Österreich sicherzustellen.

Kommentare

Michael Bobik says:

Kontinuität

Ordentliche Ausstattung mit Forschungsinfrastruktur ist eine notwendige (allerdings nicht hinreichende) Bedingung für Forschungskontinuität, und Kontinuität ist eine notwendige (allerdings nicht hinreichende) Bedingung für Forschungsqualität. Diese Kontinuität (vor allem personelle Kontinuität, aber auch Ausrüstung) muss finanziert werden, und das geht nicht allein im Wettbewerb. Auch die Gemeinnützigkeitsbedingungen verhindern Querfinanzierungen von Personal und Rücklagen aus gut ausfinanzierten Forschungsprojekten für Infrastrukturinvestitionen.
Kontinuität und deren finanzielle Voraussetzung ist es genau, was Fachhochschulen schmerzlich fehlt. Im Besonderen: Finanzierte"Planstellen" existieren nicht; Doktoranden, die in vielen Fällen einen Großteil der Forschungsarbeit machen, gibt es an FHs nicht.

Dr. Gerhard Posch says:

Infrastruktur

Auch Wirtschaftsunternehmen besitzen teilweise eine interessante Infrastruktur, welche auch für weiterführende F&E genutzt werden könnte. Hier wäre ein Konzept zu erarbeiten, wie diese Infrastruktur auch für wissenschaftliche Bereiche genutzt werden kann und wie es für Unternehmen interessant wird, diese Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Grundsätzlich muß die F&E-Infrastruktur in den Wissenschaftsbereichen besser koordiniert werden - über die Sinnhaftigkeit von an verschiedenen Standorten etablierten vergleichbaren F&E-Einrichtungen und dadurch verbundener geringer Auslastung sollte nachgedacht werden.

Bild von Markus Pasterk
Markus Pasterk says:

Zugang zu Infrastruktur

In österreich scheint der Zugang zu Infastruktur wichtiger zu sein als die Infrastruktur selbst. Wenn man sich viele Universitäten näher ansieht, sieht man wie viele Grossgeräte doppelt und mehrfach angeschafft werden, deren Auslastung dann aber minimal ist. Hier müssen neue Ideen der geschaffen werden, die vorhandene Infrastruktur besser zunutzen. Ein möglicher Weg, den beispielsweise die Medizinische Universität Graz gegangen ist, ist "core facilities" zu schaffen und Grossgeräte primär dort anzusiedeln und die wissenschaftlichen Einheiten damit zu bedienen. Das erhöht wesentlich die Auslastung des Geräts, führt zu Kostentransparenz und nachweislicher Forschungsqualitätssteigerung.