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Abgesehen von den fehlenden Strukturen läuft die Adressierung einer allgemeinen Öffentlichkeit im Zuge von Awareness-Maßnahmen Gefahr, auf jeden abzielen zu wollen, dabei aber niemanden mehr zu erreichen. Verschiedene Studien zeigen, dass es „die breite Öffentlichkeit“ nicht gibt, sondern vielmehr eine Vielzahl von Öffentlichkeiten, die sich vor allem entlang unterschiedlicher Bedürfnisse, Betroffenheiten und Interessen (zum Beispiel zu Fragen der Umwelt, Ernährung oder Gesundheit) bilden. Gleichzeitig ist jedoch zu bedenken, dass auch ein Verständnis von Zielgruppenansprache als einem effizienten Absetzen von Botschaften bei werblich definierten Gruppen, denen die „Produkte“ Wissenschaft und FTI „verkauft“ werden sollen, zu kurz greift.

Kommentare

stefang says:

ZIELGRUPPEN

Es gibt klare definierbare gesellschaftliche Ziele, die sich aus der Forderung nach einer "wissensbasierten Gesellschaft" auch in der Wissenschftskommunikation ergeben.
Diese Ziele werden aber nicht erreicht, indem man die Investitionen in Forschung immer weiter anhebt, sondern nur, indem man auch für die Wissesnschaftskommunikation klare Ziele definiert.
Und diese müssen selbstverständlich auf bestimmte klar umrissene Zielgruppen definiert werden.
Hier fehlt aber auch international eine belastbare soziologische Fundierung, welche Konzepte der Wissenschaftskommunikation und Partizipation tragfähig sind, um bestimmte Ziele zu erreichen.