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Grundsätzlich müssen zwei Dimensionen der Ethik in der Wissenschaft unterschieden werden: Einerseits gibt es die „wissenschaftliche Redlichkeit“, welche u.a. die Forderung nach getreulicher Quellenangabe, nach Kontrollierbarkeit und Wiederholbarkeit von Experimenten, nach sorgfältiger Trennung von eigenem und fremden Gedankengut und schließlich nach dem Gemeinbesitz wissenschaftlichen Wissens enthält. Mit der Bildung der „Agentur für wissenschaftliche Integrität“ im November 2008 wurde hier ein wichtiger Schritt gesetzt.

Kommentare

die unbequeme Stimme says:

Was tut die Agentur wissenschaftliche Integrität?

"Mit der Bildung der „Agentur für wissenschaftliche Integrität“ im November 2008 wurde hier ein wichtiger Schritt gesetzt".

Seit damals hat man allerdings nicht mehr viel davon gehört. Hier könnte man durchaus deutlicher werden, und zumindest anfügen: "das Thema muß konsequent weiterverfolgt werden". Denn Ruf Österreichs als Forschungsstandort hängt auch davon ab, wie mit diesem Thema umgegangen wird.

Generell wurde in der Vergangenheit in der Diskussion um wissenschaftliche Redlichkeit viel zu viel der Fokus auf falsches Zitieren in Diplomarbeiten gelegt.
Ein großes Problem sind auch Professoren, die Ergebnisse von DoktorandInnen unter ihrem eigenen Namen publizieren, und so ihnen die Chance auf internationale Anerkennung nehmen. Hier sollte einmal die gesamte Universitätslandschaft gezielt nach Auffälligkeiten gescreent werden.