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.Der Rat betrachtet es als Bringschuld von Wissenschaft und Forschung, die Gesellschaft breit und umfassend über ihr Tun und Handeln sowie über ihre Erkenntnisse und Entwick-lungen zu informieren. Dazu müssen vielfältige, vor allem aber nachhaltige Möglichkeiten des Dialogs bereitgestellt werden, um einer breiten Öffentlichkeit bzw. unterschiedlichen Teilöffentlichkeiten den Raum zur kritischen Reflexion zu bieten. Dies entspricht auch der Forderung, die sich auch im Aktionsplan „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2002 findet: „In einer Wissensgesellschaft muss demokratisches Regieren dafür sorgen, dass die Bürger die Möglichkeit haben, sich in voller Kenntnis der Sachlage an der Wahl der Optionen zu beteiligen, die ein verantwortungsvoller wissenschaftlich-technischer Fortschritt bietet“ .

Kommentare

peppino4 says:

demokratisch,

das verweist wie erwähnt auf die BürgerInnen in ihrer differenzierten Vielzahl und nicht auf Parteienausgedinge in Uniräten.

Dr. Gerhard Posch says:

Bringschuld Wissenschaft&Forschung betr. Information

Ich sehe dies nicht als Bringschuld der Forscher, es gibt keine Strukturen ähnlich eines Produktmanagers in der Industrie, der in Analogie als "Forschungsmanager" die Informationsschnittstelle zwischen Forschung und Gesellschaft bildet.

stefang says:

öffentlich finanziert

Hier fehlt der Verweis auf öffentlich finanzierte Forschung.

Selbstverständlich ist es die Bringschuld eines jeden Wissenschaftlers REchenschaft abzulegen welche Forschung er mit öffentlichen Mitteln betreibt.
Aber wie realisiere ich diese Verpflichtung?
Sicherlich nicht mit den Rechenschaftsberichten und Endberichten die tonnenweise jedes Jahr ungelesen irgendwelche Magazine verstopfen. Die zunehmende Belastung von Forschern und Forschungseinrichtungen, um ihre ordnungsgemässe Mittelverwendung nachzuweisen gehört überdacht. Diese frei werdende Energie könnte genutzt werden um Wissenschaftler zur Wissenschaftskommunikation anzuhalten.
Ein Ansatz könnte sein, dass Forschungsleistung, Kommunikation und Lehre in eine Leistungsvereinbarung eingehen.
Aber leider ist unser Wissenschaftssystem so eit entfernt von tragfähigen Leistungsvereinbarung, dass ich diesen Traum gleich wieder einpacke.

Und wer stellt die Räume bereit?
Mit welchen Mitteln?
Und wie motiviere ich Forscher sich zu engagieren?
Die Finazkrise zu BEginn diesen Jahres bei den Unis, FWF und Akademie hat gezeigt wie abhängig diese Institutionen von einem breiten gesellschaftlichen Konsens sind. Aber wir wollen sicherlich nicht jedes Jahr durch diese Krisen gehen, damit sich mehr Wissenschaftler in der Kommunikation engagieren.

Thomas Lindenthal says:

Dialog

Dialog heisst die Gesellschaft in ihren Zweifeln und Ängsten aber auch in ihren Erwartungen, die sie hinsichtlich wirklich dauerhafter, nachhaltiger Lösungsansätze (berechtigterweise, s. Lebensgrundlagen, Demokratie und öffentliche Gelder) haben, ganz ernst zu nehmen (s. auch meine Kommentare zu Absatz 73 und 77). Ein Anspruch , der sich mit Technologiefaszination und einseitiger Orientierung auf Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftswachstum und Produktivität - wie in diesem Entwurf zur Strategie 2020 an vielen Stellen bemerkbar, jedenfalls nicht verträgt.

m.klug says:

Voraussetzungen für eine unvoreingenommene Diskusion

Wie wird die Unvoreingenommenheit sicher gestellt? Mit welchen Mitteln wird eine objektive und sachliche Diskussion erreicht?
Diese Forderung ohne entsprechende Rodamap aufzustellen ist m.E. nett, lässt sich in Kenntnis der österreichischen Seele nur schwer verwirklichen (z.B. Diskussion Mobiltelefon Base-Stations,, u.s.w).
Es ist klar, dass die Forscher für mehr Transparenz durch offene Kommunikation sorgen müssen, auf der anderne Seite haben die verantwortlichen Medien aber gleichzeitig eben jene Unvoreingenommenheit in ihrer Berichterstattung sicher zu stellen und auch entsprechend sich für die angebotenen Themen zu inetressieren.