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SL 5 Strategische Leitlinie: Bewusstmachung der ethischen Dimension von Wissenschaft, Forschung und Technologieentwicklung

Im Zuge des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft müssen Methoden und Strukturen etabliert werden, die nicht nur Raum für die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts bieten (Stichwort: Technikfolgenabschätzung), sondern auch erlauben, bereits in einem frühen Stadium der wissenschaftlichen Arbeit danach zu fragen, welche Ausgangspunkte, welche Normen und Wertesysteme sowie welche Welt- und Menschenbilder den wissenschaftlichen Fragestellungen eigentlich zugrunde liegen.

Kommentare

Institut.für.Te... says:

Nicht nur Ethik

Die frühzeitige Auseinandersetzung („upstream“) mit den Grundlagen und Voraussetzungen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ist aus Sicht des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) zu begrüßen. Das bezieht sich aber nicht nur auf rein ethische, sondern auch auf Interessens- und Wissensaspekte. Eine Engführung auf Ethik ist in diesem Zusammenhang problematisch. Außerdem ist sicherzustellen, dass ein Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nicht nur angestrebt wird, um Akzeptanzproblemen in der Öffentlichkeit vorzubeugen, sondern weil Wissenschaft zur Gesellschaft gehört und ein solcher Dialog zu ihrem Funktionieren nötig ist.