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Obwohl die Auslandsfinanzierung in absoluten Zahlen weiter wächst, zeigte sie sich anteilsmäßig zuletzt rückläufig. Aufgrund der relativ hohen Abhängigkeit von der Auslandsfinanzierung und unter dem Aspekt der Erreichung einer höheren F&E-Quote für Österreich ist diese Entwicklung als kritisch einzustufen.

Kommentare

helmut gassler says:

Warum ist das kritisch

Warum ist das kritisch einzustufen? Ein rückläufiger Anteil auslandsfinanzierter F&E kann durchaus Ausdruck einer positiven Entwicklung (im Sinne eines rasanteren Wachstums der endogenen Forschungslandschaft) sein. Zumal ja - wie ja im Textbaustein auch erwähnt - die Auslandfinanzierung bis vor kurzem in absoluten Zahlen gewachsen ist (mittlerweile ist das - krisenbedingt - allerdings hinfällig), der Anteilsverlust des Auslands resultierte also lediglich aus einem rascheren Wachstum der inlandsfinanzierten F&E (diesen Prozess würde ich eher positiv bewerten).

Eine wie immer geartete Interpretation in Richtung eines Verlustes Österreichs als internationaler Forschungsstandort liesse sich aus diesen Zahlen auf alle Fälle nicht ableiten. Zu einem Gutteil ist die hohe Auslandsfinanzierung der F&E in Österreich sowieso dem Umstand geschuldet, dass viele forschungsaktive Unternehmen (insb. Pharmabereich) Töchter von multinationalen Konzernen ist.

Das Bild in der Schweiz ist z.B. nahezu spiegelverkehrt. Die finanziert viel F&E im Ausland (eben weil dort viele Headquarters multinational engagierter Unternehmen befindlich sind, die die F&E von ihren weltweit verstreuten Töchtern finanzieren).

m.klug says:

Benchmark: Verwertung

Es wäre hier sicher ein Ansatz gegeben, in einem europäischen vergleich einen Benchmark zu definieren, wieviel "F&E Ergebnis" für eine vergleichbare geldsumme erreicht werden kann. Dieser verwertungsbenchlmark kann Standorte in ihrer Attraktivität heben. Ansonst wäre es sinnvoll, dieses Verwertungspotential auf nationaler Ebene als Benchmark mit entsprechenden Zielvorgaben zu definieren.