137

Im internationalen Kontext basieren thematische Fokussierung und Schwerpunktsetzungen stark auf systematischen Herangehensweisen, wie Foresight-Aktivitäten und Technologieprognosen. Die Problematik der Prognose wissenschaftlich-technischer Entwicklungen ist jedoch, dass Wissenschaft und Technik komplexe, schlecht modellierbare Objektbereiche sind. Es gibt keine fundierte Methodik zu ihrer Prognose, sondern eine Vielzahl von Methoden und Prognosetechniken, in denen zunehmend auch partizipative Elemente Eingang finden.

Kommentare

Matthias Weber says:

Prognosen ?

Technologieprognosen und Foresight sollten nicht in einen Topf geworfen werden. Foresight betont gerade, dass es nicht sinnvoll ist, von nur einer prognostizierbaren Zukunft auszugehen, sondern dass es unterschiedliche und gestaltbare Zukunftspfade gibt, auch wenn diese vielleicht in eine wenige starke Trendentwicklung eingebettet sind. Diese möglichen Zukunftspfade mit ihren jeweiligen Chancen und Risiken zu untersuchen und im Dialog (d.h. partizipativ) mit Stakeholdern als Grundlage für strategisches Handeln (z.B. im Sinne der Bestimmung von thematischen Fokussierungen und Schwerpunkten) heranzuziehen, ist der eigentliche Kern von Foresight.
"Prognostische" Bemühungen sind bestenfalls für vergleichsweise kurzfristige Zeithorizonte vertretbar, für mittel- und längerfristige kommt man um die Betrachtung verschiedener alternativer Entwicklungspfade nicht herum.

Bild von johannes gadner
johannes gadner says:

Konzeption nationaler Foresight-Aktivitäten

In der Empfehlung 9.6 (§ 158) wird vorgeschlagen, eine systematische und kontinuierliche Vorgangsweise für nationale Foresight-Aktivitäten und Technologieprognosesn zu konzipieren. Diesbezüglich muss es natürlich weitere Vorbereitungen geben, um die unterschiedlichken Möglichkeiten von Foresight- und Prognose-Methoden auszuloten und für die jeweils spezifischen Kontexte adäquat einzusetzen.