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Bei der Interpretation der Abbildung 8 sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die Einstufung als Basistechnologie ist bei der Auswahl von Schwerpunktthemen von untergeordneter Bedeutung. So wurde z.B. IKT nicht wegen seiner Bedeutung als Basistechnologie ausgewählt, sondern weil Österreich gute Chancen hat, in die Gruppe der besten drei europäischen IKT-Nationen und damit an die Weltspitze vorzustoßen.
  • Es ist anzunehmen, dass der hohe Forschungsaufwand in Manufacturing, Produktions- und Prozessmanagement ein Erfolgsfaktor der typisch österreichischen Industriestruktur mit wenigen großen Leitbetrieben und weit verzweigten, zum Teil aber hochspezialisierten KMUs darstellt. Der Rat hat hier weitergehende Untersuchungen beauftragt, die als Grundlage für die Entscheidung zur Ausarbeitung einer umfassenden Strategie für dieses Schwerpunktthema dienen sollen.
  • Ein wesentlicher Punkt der gesellschaftlichen Missionsorientierung ist auch das Potenzial Arbeitsplätze nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Produktion von high-tech und medium high-tech Gütern zu schaffen.
  • Bei den Themen Services und Agri-Food-Research and -Industry war eine klare Evidenz der nationalen Stärke, auch aufgrund der verfügbaren Datenlage, nicht unmittelbar ersichtlich. Der Rat hält die Themen jedoch für so zukunftsweisend bzw. gesellschaftlich relevant, dass auch hier eine weitere Evaluierung vorangetrieben werden sollte.

Kommentare

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johannes gadner says:

Gibt es Argumente für die Ablehung?

Mich würde interessieren, auf welcher Grundlage hier eine ablehnende Haltung gegenüber diesem Absatz gepostet wurde. Vielleicht gibt es diesbezüglich auch Argumente, die man diskutieren könnte?!?

Sybille Kuske says:

Schwerpunkte

Ich habe die ablehnendeb Haltung nicht gepostet und kann demzufolge nichts dazu sagen.
Ich habe eine betont zustimmende Haltung zu den Agenden. Speziell hier sind mir jedoch zwei Dinge aufgefallen: 1.) Die Schwerpunktsthemen und Zukunftsfelder scheinen sehr serviceorientiert zu sein. Wie wird sich Österreich der Verlagerung von Produktionsstandorten und somit dem Verlust der realen Produktionsleistung stellen? 2.) Industrie und Landwirtschaft werden berücksichtigt. Der besondere Wert dieser Initiativen ist unbestritten. Manchmal denke ich jedoch, dass durch eine Unterstützung des Handwerks eine weitere starke Säule der österreichischen Wirtschaft geschaffen werden könnte.

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johannes gadner says:

Schwerpunktsetzung als kontinuierlicher Prozess

Der Rat hat die angeführten Schwerpunktthemen auf Basis von Erhebungen in der FTI-Landschaft und prognostizierter Zukunftspotentiale identifiziert. Dies kann als Ausgangsposition verstanden werden. In der Folge muss - so wird es ja auch empfohlen - ein kontinuierlicher Prozess etabliert werden, der eine systematische Schwerpunktsetzung ermöglicht. Dass dabei auf die aus dem FTI-System selbst entstehenden Aktivitäten bezug genommen werden muss, ist selbstverständlich. Wenn es daher Veränderungen in der FTI-Struktur in Zusammenhang mit der von Ihnen angesprochen Verlagerung von Produktionsstandorten geben sollte, wird dies natürlich auch Konsequenzen in der Schwerpunktsetzung haben. Im Übrigen bedarf es für einige der vorgeschlagenen Themenfelder - so etwa auch für den von Ihnen angesprochenen Agri-Food-Bereich - noch weitere Analysen, um deren Potential für die
Entwicklung von Detail-Strategien noch stärker auszuloten.