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Empfehlung 9.2

Bei der Etablierung thematischer Programme ist eine Schwerpunkt- bzw. Nischenstrategie zu verfolgen. Eine Orientierung an internationalen Massenmärkten erscheint für Österreich wenig zielführend. Viel mehr ist eine Fokussierung auf Spezialmärkte und -wissensgebiete anzustreben, in denen unter Ausnützung der österreichischen Stärken eine internationale Spitzenstellung erreichbar ist.

> 2010

Kommentare

Bernhardt says:

Eine Fokussierung auf

Eine Fokussierung auf Spezialmärkte und –wissensgebiete ist grundsätzlich positiv. Jedoch sind Österreichische Unternehmen (mitunter mit Spezial-Know-How) auch auf einigen Massenmärkten sehr erfolgreich. Derartige Unternehmen sollten nicht aufgrund einer Nischenpolitik aus dem Fokus fallen.

Dr. Gerhard Posch says:

Thematische Programme

Je "greifbarer" diese Programme fromuliert werden, desto eher wird es gelingen, KMU´s als wesentlichen Bestandteil des FTI zu integrieren.

helmut gassler says:

Zum Thema Schwerpunkt/Nischenbildung

Thematische Schwerpunktbildung und Nischenstrategie klingt auf den ersten Blick immer gut. Die Schwierigkeiten tauchen dann aber im Detail auf: Wer soll diese Schwerpunkte festlegen? Insbesondere die Definition von Nischen (die ja per definitionem relativ eng zu sehen sind) kann NIE ex ante / top down erfolgen.

Ehrlicher erscheint mir da das Eingeständnis der Technologiepolitik, dass sie dazu nicht wirklich sinnvoll in der Lage ist, sich allerdings das Ziel setzen kann, den (forschenden) Unternehmen bei ihren eventuellen Nischenstrategien behilflich sein kann. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht offensichtlich sein mag: Das geht am besten durch eine thematisch offene Basisförderung. Die Unternehmen finden dann ganz von selbst (ohne staatliche Planung) ihre Marktnischen (bzw. werden u.U. in bestimmte Nischen "hineingezwungen"). Das staatliche Auffinden von Nischen für die Unternehmen kann recht schnell in die Sackgasse althergebrachter Industriepolitik führen ...
So gesehen läuft die gerne zitierte Kritik an einer angeblichen "Gießkanne" ins Leere. Denn die Forschungsaktivitäten der antragstellenden Unternehmen drücken ja implizit bereits (durch Marktkräfte vermittelte) Schwerpunktsetzungen aus und sind keineswegs gleich über das gesamte Spektrum techno-ökonomischer Bereiche verteilt (lässt sich auch schön empirisch zeigen, dass die thematisch unspezifizierten Mittel der FFG-Basisprogramme hauptsächlich in die landläufig als High-Tech bezeichneten Sektoren fliessen).

Jörg Schmiedmayer says:

Schwerpunktssetzung

Österreich ist viel zu klein, und wir müssen damit leben in vielen Bereichen keinen führenden Schwerpunkt zu haben. Das ist aber keinesfalls Aufruf zur Monokultur, sonder vielmehr zur gut ausgewählten, gepflegten und dynamisch veränderbaren Vielfalt.

Brav mitmachen in einem "Modetrend" mit nationalen Größen ist Verschwendung von Resourcen und zu vermeiden.