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Über die Basisinfrastruktur hinaus erfolgt die Finanzierung entsprechender Spitzeninfrastrukturen auf wissenschaftlicher Seite überwiegend im Rahmen von Forschungsprojekten des FWF oder der Europäischen Kommission. Unternehmen bedienen sich neben dem Rahmenprogramm der EU der Strukturprogramme der FFG, hauptsächlich im kooperativen Bereich. Nur im universitären Bereich gibt es einen speziell für FTI-Infrastruktur vorgesehenen Fördertopf (Universitätsinfrastrukturprogramm, Schwerpunkt Profilbildung). Die dadurch vorherrschende Projektorientierung der Förderstrukturen wirkt sich nachteilig auf die FTI-Infrastrukturentwicklung aus. Da sie deren Finanzierung auf Overheadzahlungen oder Abschreibungen im Rahmen von Projektförderungen beschränkt, stehen die Antragsteller vor der Herausforderung, die Infrastruktur selbst vorfinanzieren zu müssen, wobei die technische Lebensdauer meist auch noch die geförderte Projektlaufzeit übersteigt. Überregionale und über die Projektdauer hinausgehende Wirkungen werden vernachlässigt. Es besteht die Gefahr einer Unterinvestition in FTI-Infrastruktur, da manche Infrastrukturinvestitionen nicht über Einzelprojekte argumentiert werden können sondern nur bei längerfristiger, kooperativer und / oder überregionaler Nutzung Sinn machen.

Kommentare

Bild von Markus Pasterk
Markus Pasterk says:

Förderung von Spitzeninfrastrukturen

Wieder wird Forschungseinrichtung mit Infrastruktur verwechselt. Der FWF (wenn überhaupt nur durch Personen) und die EU unterstützen Forschungseinrichtungen. Erst mit dem FP7 wird auch Infrastruktur(planung) finanziell unterstützt, nämlich über die ESFRI Roadmap.
Mir fehlt im gesamten Kapitel die viel stärkere und notwendige Anbindung der Ausrichtung an die ESFRI Roadmap.

FHK says:

Fördertopf für FTI-Infrastruktur

„ Nur im universitären Bereich gibt es einen spezielle für FTI-Infrastruktur vorgesehenen Fördertopf…….es besteht die Gefahr der Unterfinanzierung in FTI-Infrastruktur, da manche Infrastrukturinvestitionen nicht über Einzelprojekte argumentiert werden können sondern nur bei längerfristiger, kooperativer und / oder überregionaler Nutzung Sinn machen……“

Die Fachhochschulen haben im Gegensatz zu den Universitäten keinen eigenen Fördertopf für FTI-Infrastruktur aber trotzdem (um nicht zu sagen: um so mehr) die gleichen Schwierigkeiten mit der Unterfinanzierung der Strukturen, da dies allein mit projektbezogenen Budgets nicht zu machen ist. Es fehlt eine zuverlässige, nachhaltige Finanzierung durch die öffentliche Hand.

Raggautz says:

Basis-Infrastruktur für Universitäten

Mit dem neuesten Infrastrukturprogramm (IS IV) werden auch für die Universitäten KEINE Basisausstattungen mehr finanziert. Zumindest für die Universität Graz wurden Anträge mit Hinweis auf Finanzierung von Basisausstattung abgelehnt.
Mit der Rücknahme der FWF-Overheads gibt es derzeit keine externen Förderschienen für die universitäre Basis Infrastruktur. Dieser Umstand wird die Universitäten im internationalen Wettbewerb weiter zurück werfen.

Helmut Wiedenhofer says:

Sonderförderung F&E-Infrastruktur

Im Bereich der außeruniversitären Forschung (wie JOANNEUM RESEARCH) sind Sonderinvestitionen in F&E-Infrastruktur (wie an anderer Stelle bemerkt) notwendig.

Matthias Weber says:

Was sind Spitzeninfrastrukturen

Man könnte hier den Eindruck gewinnen, dass Spitzeninfrastrukturen ausschließlich im universitäten Bereich zu finden sind. Spitzeninfrastrukturen werden aber auch im anwendungsorientierten Bereich benötigt, nicht zuletzt auch, um für entsprechende industrielle Forschung als Standort attraktiv zu sein. Und da reicht dann das Spektrum der Arten von Infrastrukturen vom Klimawindkanal, über Messen-Testen-Prüfen bis hin zu den großen angewandten Forschungseinrichtungen.