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SL 10 Strategische Leitlinie: Forschung an internationale Infrastrukturen anbinden

Um Spitzenforschung zu ermöglichen, ist für spezifische thematische Schwerpunktbereiche eine Anbindung an internationale FTI-Infrastrukturen notwendig. Eine substantielle Teilnahme, sprich weniger Projekte größerer Größenordnung, an internationalen Forschungsinfrastrukturen mit dem Ziel, vermehrt Führungsrollen einzunehmen, ist anzustreben. Für eine entsprechende Wirksamkeit von internationalen Beteiligungen sind dabei kritische Massen an Geräten, ForscherInnen sowie technischem Personal am Standort unerlässlich.

Kommentare

helmut gassler says:

Das Anstreben

Das Anstreben österreichischer "Führungsrollen" in internationalen Projekten ist sicherlich erstrebenswert. Gleichzeitig sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es für ein kleines Land ja nicht ungewöhntlich ist, nicht immer an der ersten Stelle stehen zu können. Dementsprechend ist auch eine internationale Beteiligung ohne Führungsanspruch nichts Schlechtes und wahrscheinlich auch eher das Übliche. Warum also solche Wertungen?

j.jaeger says:

Für KMUs ist eine Teilnahme

Für KMUs ist eine Teilnahme an größeren internationalen (EU) Projekten nur möglich, wenn sie eine ausreichende Basisfinanzierung haben.
Eine breite Streuung ist wichtig, daher Mischung von großen (intern)nationalen und kleineren regionalen, nationalen Projekten.

Thomas Lindenthal says:

an Internationale Infrastrukturen anbinden

Die Vorschläge zur Stärkung der Forschungsinfrastruktur sind viel zu sehr auf die Spitzenforschung und auf internationale Beteiligungen an FTI-Infrastruktur ausgerichtet (Absatz 166, SL10 und SL11 im Absatz 170-173 und entsprechende Empfehlungen). Die im Absatz 165 erwähnte Basisforschungsinfrastruktur findet im Papier hingegen keine Vertiefung hinsichtlich strategischer Leitlinien oder Empfehlungen - warum nicht? Vielmehr müsste gerade auch die Basisforschungsinfrastruktur in Österreich gestärkt werden, um gesellschaftsrelevante Themen (s. Punkt 2) zu bewältigen und eine ausreichend qualitative Lehre sicherzustellen. Warum werden zudem ausgerechnet hier Beispiele aus dem Bereich Biobanking und Biomolecular Resources (Absatz 166) genannt und nicht auch Beispiele aus der Nachhaltigkeits-, Klima-, Wasser-, Boden- oder Ökologieforschung oder aus dem psychosozialen und sozio-politischen Bereich? Diese bedenkliche thematische Einseitigkeit des Papieres zeigt sich auch an weiteren Stellen (z.B. Absatz 68, 142).

Kurt Zatloukal says:

Schwerpunkte erforderlich

Wegen der hohen Kosten von (internationalen) Forschungsinfrastrukturen ist eine Schwerpunktsetzung unvermeidbar. Wichtig ist die klare Untescheidung zwischen internationalen Forschungsinfrastrukturen und Infrastruktur für die Forschung an den Universitäten. Diese beiden Bereiche unterscheiden sich in Größe, Zielen, Rahmenbedingungen und den anzuwendenden Evaluierungskriterien grundsätzlich.